Ratgeber

Was ist Leichte Sprache?

Leichte Sprache macht Texte für alle verständlich – mit kurzen Sätzen, einfachen Wörtern und klaren Regeln. Hier erfahren Sie, was Leichte Sprache ist, für wen sie gedacht ist und welche Regeln gelten.

Leichte Sprache: einfach erklärt

Leichte Sprache ist eine besonders verständliche Variante der deutschen Sprache. Sie wurde entwickelt, damit Menschen, die schwere Texte nicht gut verstehen, trotzdem an Informationen teilhaben können. Dafür folgt Leichte Sprache festen Regeln: kurze Sätze, ein Gedanke pro Satz, bekannte Wörter und eine klare Gestaltung.

Für wen ist Leichte Sprache?

Menschen mit Lernschwierigkeiten

Die ursprüngliche und wichtigste Zielgruppe der Leichten Sprache.

Menschen mit geringen Deutschkenntnissen

Zum Beispiel Menschen, die Deutsch gerade erst lernen.

Menschen mit Demenz oder Leseschwäche

Auch ältere Menschen und Menschen mit Leseschwäche profitieren.

Beispiele: vorher und nachher

So verändert Leichte Sprache einen Text – vom schwer verständlichen Amtsdeutsch zur klaren Fassung.

OriginaltextAmtsdeutsch

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung informiert über neue Förderprogramme für Weiterbildung in kleinen und mittleren Unternehmen. Ziel ist es, Beschäftigte beim Erwerb digitaler Kompetenzen zu unterstützen. Anträge können ab dem kommenden Quartal online gestellt werden. Weitere Hinweise zu Voraussetzungen, Fristen und Förderhöhen veröffentlicht das Ministerium auf seiner Internetseite.

Leichte SpracheRegeln erfüllt: 100,0 %

Geld für Weiter-Bildung

Der Staat gibt Geld für Weiter-Bildung.

Das Geld ist für kleine Firmen.

Und für mittlere Firmen.

Die Firmen können dann ihre Mit-Arbeiter schulen.

Die Weiter-Bildung ist für Computer-Kenntnisse.

Und für Internet-Kenntnisse.

Ab diesem Monat kann man einen Antrag stellen.

Der Antrag geht im Internet.

Mehr Infos gibt es im Internet.

Auf der Internet-Seite vom Ministerium.

Dort steht:

Wie viel Geld gibt es?

Und:

Was muss man tun?

Die wichtigsten Regeln der Leichten Sprache

  • Kurze Sätze – nur ein Gedanke pro Satz.
  • Bekannte, einfache Wörter; Fremd- und Fachwörter erklären.
  • Aktive Sprache statt Passiv.
  • Keine Abkürzungen; klare Beispiele statt abstrakter Begriffe.
  • Übersichtliche Gestaltung mit Absätzen und Bildern.

Eine ausführliche Übersicht finden Sie in unserem Beitrag zu den Regeln der Leichten Sprache, und konkrete Beispiele für Leichte Sprache zeigen, wie das in der Praxis aussieht. Die DIN SPEC 33429 fasst Empfehlungen für Leichte Sprache zusammen. Mit unserem Leichte-Sprache-Prüfer können Sie einen Text sofort auf die Regeln testen.

Leichte Sprache und Einfache Sprache

Leichte Sprache und Einfache Sprache werden oft verwechselt. Leichte Sprache ist die einfachste Stufe und folgt festen Regeln. Einfache Sprache ist etwas anspruchsvoller und richtet sich an ein breiteres Publikum. Welche Variante passt, hängt von der Zielgruppe ab. Mehr dazu im Beitrag Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache.

Ist Leichte Sprache Pflicht?

Öffentliche Stellen des Bundes müssen nach der BITV 2.0 zentrale Inhalte in Leichter Sprache anbieten. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) verstärkt die Anforderungen an barrierefreie Kommunikation – auch für Unternehmen. Mehr dazu auf unserer Seite BFSG & Leichte Sprache und bei den Lösungen für Organisationen.

Häufige Fragen zur Leichten Sprache

Was ist Leichte Sprache?
Leichte Sprache ist eine besonders verständliche Form des Deutschen. Sie verwendet kurze Sätze, einfache Wörter und eine klare Gliederung, damit möglichst alle Menschen einen Text verstehen können.
Was ist der Unterschied zwischen Leichter und Einfacher Sprache?
Leichte Sprache folgt festen Regeln und ist die einfachste Stufe – gedacht vor allem für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Einfache Sprache ist etwas anspruchsvoller, hat weniger strenge Regeln und richtet sich an ein breiteres Publikum.
Wer braucht Leichte Sprache?
Menschen mit Lernschwierigkeiten, Menschen mit Demenz, Menschen mit geringen Deutschkenntnissen und viele weitere. In Deutschland profitieren Millionen Menschen von Leichter Sprache.
Welche Regeln gelten für Leichte Sprache?
Zentrale Regeln sind kurze Sätze, ein Gedanke pro Satz, bekannte Wörter, das Erklären von Fremdwörtern, aktive Sprache und eine übersichtliche Gestaltung. Die DIN SPEC 33429 fasst Empfehlungen für Leichte Sprache zusammen.
Ist Leichte Sprache gesetzlich vorgeschrieben?
Für öffentliche Stellen des Bundes verlangt die BITV 2.0 zentrale Informationen in Leichter Sprache. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) erhöht den Druck zu barrierefreier Kommunikation auch in der Wirtschaft.

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